Projekt: Winterwanderung

mit onkologischen Patienten

Projekt Winterski- bzw. Winterschneeschuhwanderung mit onkologischen Patienten in Finnisch Lappland im Februar/März 2020

Erfahrungen in der freien Natur bei winterlichen Temperaturen

Wichtig ist uns beiden bei diesem Projekt die Reduzierung von Umgebungsreizen, die uns alle mittlerweile im Alltag fest im Griff haben. Dies sind nicht nur, wie man zunächst meinen könnte, der Umgebungslärm von Straßen und Verkehrsmitteln, sondern auch die Lichtemissionen in Ballungsräumen, die Gerüche von Abgasen, sowie insbesondere die ständige Verfügbarkeit von Medien und Kommunikationsmitteln, die einerseits eine ständige Verlockung (ich schau mal eben noch kurz…) und gleichzeitig eine „erwartete“ Verfügbarkeit mit sich bringen. In der finnischen Winterlandschaft finden wir, neben unglaublich klarer und frischer Luft, eine wunderschön ruhige Umgebung, in der der Schnee alle Geräusche dämpft und die Landschaft nahezu puderzuckergleich bedeckt, so dass man beim schweifen lassen des Blickes meinen könnte, es gebe nur weiche und runde Formen in dieser Landschaft – eine unglaubliche Entspannung für das Auge, einhergehend mit einem Gefühl tiefer Entspannung und Zufriedenheit. Zudem bringt diese „vermeintliche“ Winteridylle aber auch eine Kälte mit sich, die nicht nur ständig zur Bewegung auffordert, sondern dem eigenen Leib auch unmissverständlich die Stärke der Natur demonstriert. So erfährt man bei all der Anstrengung gleichzeitig eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und die des menschlichen Daseins. Diese Erfahrung wird allerdings erst durch die stundenlange Aktivität in dieser weitläufigen und von Menschenhand weitgehend unberührten Natur möglich.

Die Umkehr aus der „Entfremdung“ von der Natur, wird hier schon relativ kurz nach dem Start der Tour angestoßen. Man besinnt sich auf sich und seinen Körper – ein Tribut an die körperliche Herausforderung, man wird achtsam mit sich selbst und den Anderen. Es entsteht automatisch ein Team, welches gemeinsam sowohl die topographischen als auch die mentalen Höhen und Tiefen der einzelnen Etappen bzw. Tagestouren meistert, denn ohne es explizit zu äußern, spürt Jede/r – ich schaffe diese Herausforderung nicht allein, nur gemeinsam als Team sind wir stark. Und nicht zu vergessen wenn in der Dämmerung bzw. Dunkelheit, bei Temperaturen von -20° oder mehr, mitten im Wald die angestrebte Hütte auftaucht, und sich das Gefühl von Glück, echter Freude und unverfälschter Dankbarkeit vermischt mit Erleichterung und der Zufriedenheit mit sich selbst, der eigenen Leistung und der Leistung des Teams.

Aber auch dann wird es nach all den Strapazen noch nicht getan sein – der Schlitten wird abgespannt und ausgeladen, das Gepäck in die Hütte verbracht, der Ofen muss befeuert und das Wasser geholt und gekocht werden. Wenn dann die notwendigen Handgriffe getan sind, die Gruppe gemeinsam bei Kerzenschein das Essen verzehrt und sich in die Gespräche über die Erlebnisse und Eindrücke des Tages, der eisig-pfeifende Wind mischt, welcher draußen um die Hütte fegt, breitet sich schon nach kurzer Zeit eine bleierne Müdigkeit im Körper aus, die alle Teilnehmer in den wohlverdienten Schlaf geleitet.

Wer auf diese Art und Weise eine Woche körperlicher Herausforderung, wirklich notwendiger Tätigkeiten und einfacher Ernährung gepaart mit tiefem Schlaf hinter sich gebracht hat, ist spätestens nach dieser Erfahrung um das Wissen reicher, dass es zum glücklich sein nicht viel bedarf.

Sponsoren des Projektes "Winterwanderung mit onkologischen Patienten in Finnisch Lappland 2020"

Heidelberger Volksbank

Rotary Club Montabaur

Ärztnetzwerk Schwetzingen

Firma Immoztion / Kunst@Work, Inh. Jens Hotzel

Firma Engelhorn Sports, Mannheim

Firma Katadyn – Trek’n eat

Firma Deuter

Firma Mountain Equipment

Firma VIKING

Firma SAVON VIVRE

Firma Sibelco

Firma Hilleberg

Dr. Dr. Bernd Kalusche, Künstler